Zigaretten-Emissionen durch notorisch kriminelle Schüler

Ein "Bericht" von der Raucherfront





Von Fabian Fehl

Ein ganz normaler Schultag an der Kinzig - Schule im hessischen Schlüchtern. 9:10 Uhr: Die erste Pause beginnt. Die Schüler drängen vor das Schulgelände auf die Straße, auf der es ihnen gesetzlich erlaubt ist zu rauchen. Doch immer wieder zünden einige rücksichtslose Schüler ihre Zigarette bereits auf dem Schulgelände an, lediglich um ihre Sucht zu befriedigen. Dabei gehen sie das Risiko ein, den schädlichen Rauch in die Luft zu emittieren, die sich auf dem Schulgelände befindet.

Während der Herbstferien des vorletzten Jahres malte man deshalb eine Linie auf das Pflaster des Schulhofes. Die Linie, in der Signalfarbe Gelb, zeigt den Rauchern deutlich an, wo sie rauchen dürfen und wo nicht. Denn spätestens seit der Super - Nanny weiß man, dass Jugendliche klare Grenzen brauchen. Man dachte, mit dieser pädagogischen Maßnahme die giftigen Emissionen endgültig in den Luftraum außerhalb des Schulgeländes zu verbannen. Weit gefehlt. Lehrer der Kinzig - Schule müssen auch jetzt noch Schüler dazu auffordern, das Schulgelände zum Rauchen zu verlassen.

Das Motiv der Schüler, die nur wenige Meter vor der in Gelb aufgemalten Linie stehen und rauchen, ist meistens reine Provokation. Oft werden auch schlicht die Gefahren unterschätzt. Da kann es passieren, dass mancher Lehrer schon mal ausfällig wird. Von einer solchen Situation erzählt ein Schüler: Ein Lehrer habe gedroht, wenn er ihn das nächste Mal erwische, müsse er hundert Zigarettenkippen mit einer Pinzette aufsammeln und diese in einer Plastiktüte bei ihm abgeben.

An einer anderen Stelle des Schulhofes müssen die Lehrer ebenfalls ständig eingreifen. Dort rauchen die Schüler neben den Behältern für Zigarettenkippen, von wo aus sie lediglich drei Meter gehen müssten, um das Schulgelände zu verlassen. Da kann einem moralisch engagierten Lehrer schon mal der Kragen platzen: Die Super - Nanny gibt's eben doch nur im Fernsehen. Und ein Lehrer, der noch seine preußischen Altvorderen kennt, ist eben schockiert und außer sich bei solch einer willkürlichen Missachtung des § 3 Absatz 9 Satz 3 des Hessischen Schulgesetzes.


Bild: © Richard Guth