Weihnachtsbäume

eine Umweltbelastung?





Von Dominique Zari

(Dezember 2010) Auch zu dem Fest der Liebe bleibt unsere Umwelt ein großes Gesprächsthema. Ist es möglich jedes Jahr mit einem guten Gewissen am 24. Dezember unter dem Weihnachtsbaum zu sitzen?

Für viele Familien gehört es zur Weihnachtstradition ihren Tannenbaum selber auszusuchen, ob an Supermärkten oder Weihnachtsbaumfeldern. An Feldern ist es teilweise möglich die Weihnachtsbäume selber zu schlagen und somit wird dies jährlich zu großen Familienereignissen. Dieser Weihnachtsbaum wird dann später in dem Wohnzimmer aufgestellt und mit dem schönsten Baumschmuck dekoriert, damit am 24. Dezember reichlich Geschenke ihren Platz unter den Ästen finden können. Viele Besucher des Weihnachtsbaumfeldes "Kultur Hirschbach" in Bad Soden - Salmünster bestätigten, welch ein großes Ereignis es für Groß und Klein sei, dabei zu sein und den eigenen Weihnachtsbaum für das Heim auszusuchen. Dabei stellt sich durchaus die Frage, wie umweltverträglich die Zucht von Weihnachtsbäumen ist.

Es liegt nahe, in diesem Zusammenhang der Frage nachzugehen, was überhaupt Umweltbelastung ist? Eine Umweltbelastung kann entstehen, wenn Bäume einfach gefällt werden und nicht genügend neue Bäume nach gepflanzt werden, um den Schaden zu verringern. Ebenso könnte auf der Stelle des Verkaufsfeldes ein natürlicher Wald sein. Doch ist hier tatsächlich der Weihnachtsbaum das Problem, und nicht eher der Kunststoffbaum? Bei der Herstellung von Kunststoffbäumen ist ein hoher CO2 –Ausstoß die Folge. Und somit eine Belastung der Umwelt. Bei der Entsorgung tritt abermals die Frage nach möglicher Umweltbelastung eine auf, da der Kunststoff nicht natürlich abbaubar ist.

"Es ist einfach wunderbar hier, es macht richtige Weihnachtslaune. Und die Kleinen freuen sich auch schon riesig auf Weihnachten. Sie erzählen meinem Mann und mir seit Tagen nichts anderes, wie sehr sie sich auf das Weihnachtsbaumschlagen freuen", erzählt eine junge Mutter von ihren kleinen Kindern. Bis jetzt habe sie auch nicht sonderlich darüber nachgedacht, ob "unsere Weihnachtsbäume" eine Umweltbelastung darstellen könnten. Ebenso glaube sie, dass dies jeder gerne an Weihnachten ausblende, denn der Weihnachtsbaum gehöre bei den meisten einfach dazu. Ein anderer älterer Mann antwortet auf diese Frage ähnlich. Für die Familien sei es eine Tradition einen Weihnachtsbaum selbst zu fällen. Ein Ereignis, welches sich keiner wegdenken könne. Und vermutlich beruhigt er sein Gewissen mit der Aussage, dass die Felder doch für den Weihnachtsbaumverkauf eingerichtet worden seien.

Es ist wahr, dass diese Felder zum Verkauf benutzt werden, doch was wäre auf dieser Fläche, wenn kein Weihnachtsbaumverkauf dort stattfinden würde? Eine Wiese? Vielleicht sogar ein Wald? Das Gewissen kann sich jeder schnell besänftigen, wenn er sich an den Hessenforst im Main – Kreis – Kreis wendet, denn diese verkaufen nur frisch geschlagene Bäume, welche von ihren Plätzen hätten weichen müssen.

Bei Supermärkten ist dies schon wieder anders, niemand kann einem zu 100% bestätigen, wo dieser Baum herkommt, manche Bäume kommen sogar aus dem Ausland. Andere haben auch eine ganz eigene Lösung gefunden, welche von Weihnachtsbaumfans allerdings noch strickt abgelehnt wird, der Plastikweihnachtsbaum. Einige sind Anhänger dieses "Baumes" geworden.

Doch ob dies eine Lösung ist, ist fraglich. Es ist vermutlich nur eine einfachere Variante des Weihnachtsbaumes, da die Käufer des Plastikbaumes vermutlich nicht auf einen Baum verzichten mögen. Ein Nachteil könnte sein, dass ein produzierter Baum und dessen spätere Entsorgung eine größere Belastung darstellt, als wenn ein Baum natürlich wächst und gefällt wird und anschließend verrottet.

Eine weitere Variante ist es einen kleinen Tannenbaum mit Wurzelwerk im Topf zu kaufen, um ihn über Weihnachten in das Haus stellen zu können und nach den Weihnachtsfeiertagen kann er dann in den Garten gepflanzt werden. Dies ist ein guter Ansatz, damit die Bäume nicht für ein paar Tage im Haus sterben müssen, doch hier ist die Frage, wie groß ist der Garten, damit ich jedes Jahr einen neuen Weihnachtsbaum einpflanzen kann?

Oder was machen diejenigen, welche keinen Garten haben? Dieser Gedanke wird vermutlich noch zu einer passenden Lösung führen und uns in zukünftigen Jahren unseren Weihnachtsbaum erhalten.

Das Thema der Umweltbelastung durch den Weihnachtsbaum ist in der Öffentlichkeit noch nicht angekommen, solange nicht falsche Projekte unterstützt werden und in den Wäldern nach Weihnachtsbäumen gerodet wird, sollte es noch kein großartiges Problem darstellen. Der Kunststoffbaum stellt schon eher ein Problem für unsere Umwelt dar. In 10 bis 20 Jahren sieht es möglicherweise um den Weihnachtsbaum und die Kunststoffbäume ganz anders aus.

Damit jeder mit einem guten Gewissen unter dem Weihnachtsbaum sitzen und diesen auch genießen kann, noch ein kleiner Tipp: Wenn der Baum bei örtlichen Feldern und Forstbetrieben gekauft wird, dann kann sich jeder sicher sein, dass der Baum nicht nur frisch ist, sondern auch über die Weihnachtsfeiertage hält, sowie dass er auch unter korrekten Bedingungen gezüchtet wurde oder, dass der Baum an einer unglücklichen Stelle gewachsen ist, wo er nur im Weg stünde.

Somit kann Weihnachten kommen, denn an diesem Abend unter dem Weihnachtsbaum müssen sich noch keine Gedanken über unsere Umwelt gemacht werden. Ein frohes Fest an alle!


Bild: © Andreas Hermsdorf/ PIXELIO