Schneeberge wachsen, Salzberge schmelzen

Deutschland in den Fängen des Winters





Von Patrick Hummel

Dezember 2010.
Erste Gemeinden im Landkreis sowie in ganz Deutschland schränken ihren Winterdienst ein – und hoffen auf eine Entspannung.

Erste Kommunen und Städte wie Fulda, Kassel und auch im Vogelsberg schränken ihr Winterdienst-Programm bereits ein und "strecken" das Salz mit Split, um bis zur nächsten Lieferung über die Runden zu kommen. Aufgrund der aktuellen Lieferschwierigkeiten der Salzindustrie können derzeit nur noch verkehrsbedeutsame Streckenabschnitte bedient werden.

Streusalz wird "verdünnt"


Bei vielen Gemeinden im Landkreis sowie in der ganzen Bundesrepublik wird das Streusalz knapp. So zum Beispiel auch in Steinau, wie Heinz Lauer, Mitarbeiter des Städtischen Bauhofs, berichtet. Dort neigen sich die Vorräte dem Ende zu. Lauer lässt das Salz mit Split "verdünnen": "Wenn alle Stricke reißen, streuen wir nur noch ein Split-Sand-Gemisch". Zudem wird nur mehr an Gefahrenstellen, Steigungen, Kreuzungen und Einrichtungen wie Kindergärten gestreut.

Schneeberge bereiten Sorge


Durch die hohen Schneemassen an den Straßenrändern wird es für den Verkehr eng. Busse müssen zum Beispiel auf dem engen Weg schon auf den Bordstein ausweichen. Des Weiteren sorgen die hohen Schneeberge für schlechte Sicht an Kreuzungen und viele Fahrer kümmern sich durch die schlechte Sicht nicht um Markierungen und Verkehrsregeln.

An manchen Orten sorgen die Anwohner sogar selbst für die Räumung der Schneeberge am Fahrbahnrand, wie zum Beispiel im Steinauer Ortsteil Ulmbach. "Bei den hohen Schneebergen kommt kaum noch ein Auto durch die Straße", berichtet Bernd Huhn, Anwohner in einer engen Seitenstraße. Die Anwohner transportieren den Schnee mit Radladern oder Traktoren ab, um mehr Platz für Parkplätze oder zur Durchfahrt zu schaffen.

Für Fußgänger besonders gefährlich


Mit den Schneebergen am Straßenrand wächst die Sorge um die Fußgänger, vor allem um Kinder und Rentner. Vor allem, wenn es dann noch dunkel ist, wird es richtig gefährlich. An Bushaltestellen oder Bahnsteigen sollte besonders Acht gegeben werden, da diese nicht immer ausreichend geräumt sein könnten.


Bild: © M.-Gero Mann/ PIXELIO