Futsal statt Hallenfußball

Die Junioren des Fußballkreises Schlüchtern spielen ab sofort Futsal





Von Fabian Fehl

Ein kleiner Bericht in den "Kinzigtal – Nachrichten" vom 06. 10. 2010 erwähnte diese doch sehr erhebliche Umstellung des gesamten Juniorenhallenfussballs lediglich im letzten Satz. Am 4. Oktober nämlich fand eine Pflichtveranstaltung für alle Vereine des Schlüchterner Fußballkreises statt: eine Kurzschulung im Futsal. Auf der Internetseite des Kreises verlautete es in der Meldung: "Nichterscheinen wird daher satzungsgemäß bestraft." Das war der Beschluss des Jugendausschusses, zusammengesetzt aus dem Kreisjugendwart und den Klassenleitern von G- bis A - Junioren. Referent der Veranstaltung war der engagierte Jugendförderer, Jochen Maikranz, der selbst aus der Region stammt.

Maximilian Manns, A-Jugend-Trainer der JSG Sinntal, war Teilnehmer der Futsal - Kurzschulung in der Großsporthalle Schlüchterns. Er ist ein Befürworter der Umstellung. "Beim Futsal wird der spielerische Fußball gefördert. Die Regeln erzwingen das Fußballspielen, weil sie ein zu körperbetontes Spiel unterbinden sowie durch die Eigenschaften des Futsalballes das spielerische Element des Fußballs erleichtern und fördern."

Des Weiteren gebe es eine verringerte Verletzungsgefahr. Im Gegensatz zum Hallenfußball wird ohne Bande gespielt und das körperbetonte Spiel durch Regeln verhindert. Das Grätschen von hinten wie von der Seite ist nämlich grundsätzlich untersagt und die Fouls, die eine Mannschaft begeht, werden kumuliert. Bei sechs Fouls einer Mannschaft pro Halbzeit erhält die gegnerische Mannschaft einen Strafstoß von zehn Metern. Auch der Ball ist ein anderer. Er ist kleiner und hat eine andere Sprungeigenschaft. Auf dem festen Boden springt dieser nicht derart hoch wie der bekannte Hallenfußball.

Futsal ermögliche auch Anfängern einen leichteren Einstieg, so Manns. Einerseits, da sie durch das im geringeren Maße körperbetonte Spiel weniger abgeschreckt würden. Andererseits sei der Ball leichter zu kontrollieren, wegen seiner gedämpften Sprungeigenschaften. "Das schnelle Kurzpassspiel ist dabei gefordert, und verbessert dadurch die Technik und das Spielverständnis jedes einzelnen Spielers", bemerkt der A - Jugend - Trainer.

Der Deutsche Fußball - Bund hat zu Futsal eine 21-seitige Broschüre veröffentlicht. DFB - Präsident Dr. Theo Zwanziger übernimmt darin selbst die einleitenden Worte: Ziel des DFB sei es demnach, Futsal nach und nach in Deutschland zu etablieren. Dieses Ziel wird auch über die Landesverbände nach unten weitergeben. In der Broschüre werden die Regeln des Futsals erläutert, u. a. auch, welche Umstellungen es benötigt Futsal zu verbreiten und vor allem die Vorteile des Futsals. Ein Nachteil ist den 21 Seiten nicht zu entnehmen.

Ein ehemaliger und langjähriger Jugendtrainer, Bruno Föller, der Vorgänger von Maximilian Manns, kann sich für diese Art des Fußballs nicht begeistern. Er machte beim Betrachten von Futsalspielen die Erfahrung, dass durch die strengen Regeln der Spielfluss behindert werde. Ganz entgegen also den Zielen und Vorteilen des Futsal. Föller meint, dass man die Wichtigkeit eines zweikampfbetonten Spiels vergesse. "Ich bin kein Freund von bösen Fouls", sagt Föller, "aber Futsal hat nichts mit Fußball zu tun. Fußball ist nunmal ein emotionales und kämpferisches Spiel." Eine enge Manndeckung und die auf dem Platz so wichtigen Zweikämpfe, die oft über Sieg und Niederlage beim Fußball entscheiden, würden unterbunden.

Der Jugendbildungsbeauftragte des Fußballkreises Schlüchtern, Richard Nix, der die Kurzschulung mitorganisierte und mitausführte, meint, dass die große Mehrheit der dort Anwesenden sich von den Vorteilen des Futsals überzeugen ließen. Der Fußballkreis startete mit einem Pilotprojekt. Letztes Jahr wurden bereits die Hallenkreismeisterschaften der C - Jugend in der Futsalvariante ausgetragen. Nun werden die Schlüchterner Hallenkreis-meisterschaften aller Klassen der Jugend als Futsal ausgetragen.


Bild: © Rainer Sturm/ PIXELIO